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Margot & Rainer Binder: Beschreibungen und Grundlagen
des MARA-Denkmodells
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Viele Menschen erleben die Welt als eine Vielfalt von Ereignissen, die sich ständig widersprechen. Hier die Realität der Materie, dort die Spiritualität des Geistes, wobei Spiritualität für Geistigkeit steht. In diesem Dualismus wird oft gedacht. Die einen leugnen den Geist und vergöttern die Materie, die anderen verachten die Materie und lassen den Geist gelten. Diese Trennung von Geist und Materie gibt es jedoch nicht.* In der Zwischenzeit hat die Quantenphysik Forschungsergebnisse die eindeutig für eine Ganzheit sprechen. Prof. Hans Peter Dürr, Leiter des Max Planck Forschungsinstitutes für Teilchenforschung in München hat dies in einem herausragenden Vortrag über Physik und Biologie dargestellt (Siehe Literaturhinweise). Ich habe einen Vortrag von Max Planck als Beispiel genommen, um dies zu zeigen. Diesen Vortrag habe wählte ich, weil er in einer einfachen, verständlichen Sprache gehalten wurde. Natürlich können solch komplizierte Zusammenhänge wie die Erscheinungen unserer Welt nur bedingt einfach dargestellt werden, aber ich hoffe der Leser wird die Quintessenz erkennen. Vorträge, wie der nachfolgende von Max Planck können nur die Oberfläche eines Problems ansprechen, weil über die Art, wie ein Redner das Thema darstellt, scheinbare Lücken in der Argumentations-Logik geschlossen werden müssen um dem Zuhörer den abstrakten Inhalt verständlich werden zu lassen. Außerdem muss der Vortragende sich des reduktionistischen Denkens bedienen, um die komplizierten nicht reduktionistischen Zusammenhänge leicht verständlich darstellen zu können. Die Eigenheit des reduktionistischen Denkens hat es in sich, dass das Eigentliche oft nicht zutreffend genug definiert werden kann. Das reduktionistische Denken ist immer eindimensional. Die komplizierten Ergebnisse der Quantenphysik sind jedoch mehrdimensional. Den folgenden Vortrag betrachte ich als den Versuch einer Verbindung zwischen den Erkenntnissen des Physikers und seiner Philosophie deutlich zu machen. Es gibt genügend Fachkollegen von Max Planck, die inhaltlich zu denselben Aussagen kommen. Max Planck veröffentlichte in: Zeitschrift für Erfahrungsheilkunde, Heft 12/90, S.802 folgenden Vortrag: Als Physiker, also als Mann, der sein ganzes Leben der nüchternsten Wissenschaft, nämlich der, welcher der Erforschung der Materie diente, bin ich sicher frei, für einen Schwarmgeist gehalten zu werden, und so sage ich Ihnen nach meinen Erforschungen des Atoms dieses. Es gibt keine Materie an sich. Alle Materie entsteht und besteht nur durch eine Kraft, welche die Atomteilchen in Schwingung bringt und sie zum winzigsten Sonnensystem des Atoms zusammenhält. Da es aber im ganzen Weltall weder eine intelligente, noch eine ewige Kraft gibt, so müssen wir hinter dieser Kraft einen bewussten, intelligenten Geist annehmen. Dieser Geist ist der Urgrund aller Materie! Nicht die sichtbare, aber vergängliche Materie ist das Reale, Wahre, Wirkliche, sondern der unsichtbare, unsterbliche Geist ist das Wahre. Da es aber Geist an sich allein ebenfalls nicht geben kann, sondern jeder Geist einem Wesen gehört, müssen wir zwingend Geistwesen annehmen. Da aber Geistwesen nicht aus sich selber sein können, sondern geschaffen worden sein müssen, so scheue ich mich nicht, diesen geheimnisvollen Schöpfer ebenso zu benennen, wie ihn alle Kulturvölker der Erde früher Jahrtausende haben:-Gott-. So sehen Sie, meine verehrten Freunde, wie in unseren Tagen, in denen man in bitterer Gottferne steht, gerade das Winzigste und Unsichtbare es ist, dass die Wahrheit wieder aus dem Grabe materialistischen Stoffwahnes herausführt und die Welt verwandelt und wie das Atom der Menschheit die Türe öffnet, in die verlorene und vergessene Welt des Geistes. Stephan W. Hawking, einer der bedeutendsten Physiker und Mathematiker des zwanzigsten Jahrhunderts, sagt nüchtern über die Entstehung des Weltalls, besonders im Zusammenhang mit dem heißen Urknall: Warum das Universum gerade auf diese Weise angefangen haben sollte, wäre sehr schwer zu erklären, ohne das Eingreifen eines Gottes anzunehmen, der beabsichtigt hätte, Wesen wie uns zu schaffen.** Die Ausführungen von Max Planck beinhalten eine sehr umfangreiche Aussage. Wenn Planck von Gott spricht, dann sagt er, Gott sei der Schöpfer des Geistes und da dieser wiederum in Allem enthalten ist, so ist Gott auch in der Materie enthalten. Es macht dabei keinen Unterschied, ob die Materie sich als Pflanze, Mensch, Tier oder auch Geld zeigt, denn der Geist ist allüberall. So wird auch die biblische Aussage verständlich, in der gesagt wird Gott sieht alles-Gott hört alles-Gott ist allgegenwärtig. Es ist völlig gleichgültig, ob wir mit dem Begriff Gott umgehen wollen oder nicht, gemeint ist mit diesem Begriff lediglich das Existieren einer "aktiven geistigen Ebene". Bedenken wir diese Aussage, dann sollte die Folge sein, dass wir mit allem, was uns umgibt, entsprechend achtsam umgehen, denn wir sollen ja Gott achten. Es spielt keine Rolle, welche Äußerungen des Geistes, in der Erscheinungsform der Materie, wir das Hauptaugenmerk legen. Zwangsläufig haben wir immer mit der Geisterfahrung zu tun. Wollen wir Gott achten, dann müssen wir auch uns selbst, sowie die anderen und das Andere, also das Gesamte achten. Würde das befolgt, gäbe es keine Umweltprobleme, keine Bestechungsaffären, keine Korruption, keine Egozentrik, keine Instant-Exoterik es würde menschlich auf dieser Welt zugehen. Anders gesagt: Das Leben in der materiellen Welt ist eine ständige Konfrontation mit dem Spirituellen also sozusagen eine spirituelle Übung. Eine weitere Folge dieser Aussage ist, dass der Mensch zwangsläufig durch seine ständige Auseinandersetzung mit der geistigen Dimension auch Einfluss auf diese Dimension nimmt und dadurch auch Verantwortung gegenüber allem hat. Für den Menschen ist es schwierig sich Geist vorzustellen, denn eine solche Vorstellung ist abstrakt. Fragt man z.B. Menschen, was sie unter Geist verstehen, dann wird sehr oft Geist dem Intellekt oder Geistern zugeordnet. Dazuhin kommt eine vielen Menschen innewohnende Vorstellung die eine Hierarchie zwischen Geist und Materie aufbaut, wobei Geist als höher angesehen wird als die Materie. Eine revolutionärste Folge dieser Sicht kann sein, dass erst durch die konsequente Auseinandersetzung mit der Materie sich dem Menschen der Zugang zu den geistigen Ebenen, also dem von Max Planck beschriebenen Geist, öffnet. Das bedeutet praktisch, dass eine Abwendung von der Materie gleichzeitig eine Abwendung von Geist und Gott bedeutet. Seit dem Auftauchen des New Age wird auch in der westlichen Welt von Erleuchtung gesprochen. Das Bestreben des Menschen nach Erleuchtung entspricht dem inneren Wunsch, den totalen Zugang zu Geist und Gott zu haben. Die neue Esoterik macht es sich sehr einfach, wenn Andrew Cohen (Erleuchtung ist ein Geheimnis) sagt: Frei sein bedeutet, nicht an der Materialität hängen zu bleiben. An einer anderen Stelle: Frei sein bedeutet, alles Materielle loszulassen und sich dem Geist zuzuwenden.*** So sehen wir, wie die von der Neuen Esoterik und dem New Age vertretene Vorstellung, sich von der Materialität abzuwenden, genau das Gegenteil dessen bedeutet, was Max Planck und Charon und Dürr sagen. Der französische Quantenphysiker Jean. E. Charon setzt sich mit der Aussage von Max Planck wissenschaftlich auseinander. In seinem Buch »Der Geist in der Materie« beschreibt er die Ergebnisse seiner Forschungen, die allerdings nicht leicht zu lesen sind. Eine kurze Zusammenfassung im Originaltext: Fassen wir zusammen: das Elektron stellt also eine autonome Individualität dar, das über eine eigene Raum-Zeit besonderer Art verfügt. Diese Raum-Zeit des Elektrons unterscheidet sich, wie wir sagten, sehr wesentlich von der uns vertrauten Raum-Zeit. Das Elektron bildet ein regelrechtes Mikro-Universum; seine Zeit ist zyklisch, was ihm erlaubt, alle vergangenen Zustände des Raumes, aus dem es besteht, wiederzufinden; außerdem spielen sich die Ereignisse innerhalb dieses Micro-Universums mit wachsender Negentropie ab. Dies alles zusammen veranlasst uns zu der Aussage, das Elektron enthalte eine Raum-Zeit des Geistes****. Das was Charon als Raum-Zeit des Geistes bezeichnet, ist dasselbe, was Max Planck in einfacherer Sprache sagt. Es gibt noch viele ähnliche Aussagen. Jedoch würde es hier zu weit führen, weitere Auszüge aufzuführen. Genannt seien nur die Namen Pestalozzi, Dr. Deepak Chopra, Michael Strzempa-Deprè usw. Die Welt der Materie und die des Geistes sind also keine Gegensätze: alles ist Geist. Als Zusammenfassung kann gesagt werden: Lasst uns in der Vielfalt das EINE sehen, lasst uns das EINE in der Vielfalt sehen. Immer wieder habe ich die innere Intelligenz angesprochen, was verstehen wir im MARA-Denkmodell unter dieser Dimension? Zuerst eine kurze Definition der Begriffe, wie sie im MARA-Denkmodell verwendet werden. Intelligenz: Intelligenz ist die Fähigkeit Probleme zu lösen. (MARA) Innere Intelligenz: Darunter verstehen wir die schon angesprochene Facette der physiologisch-biochemischen Steuerung, z.B. die perfekte Funktion vieler Körperfunktionen. Dazu kommen Steuerungsfunktionen, der geistigen-seelischen Ebene, unter Einbeziehung des Wissens der holistischen Ebene die schon bei dem Abschnitt Alles ist Geist angesprochen wurde. Äußere Intelligenz: Die äußere Intelligenz ist der Teil, der durch Schule+Studium, also durch lernen ausgebildet werden kann. Im MARA Denkmodell arbeiten wir mit der sog. Inneren Intelligenz. Was verstehen wir darunter? Wir verstehen darunter ein komplexes System das intelligent die Lebensvorgänge und die Lebensenergie steuert. Die erste Ebene ist die einfachste, nämlich die physiologische, also die biochemische im weitestem Sinne. Kaum vorstellbar ist, dass z.B. das Herz 100 000 Mal am Tag schlägt und das nicht in gleichmäßigen Abständen. Die Abstände von Herzschlag zu Herzschlag sind beim gesunden Menschen unregelmäßig. Wir wissen heute, dass sobald der Rhythmus des Herzschlages sich angleicht, die Gefahr eines Herzinfarktes besteht. In dem Moment wo die Abstände der Herzschläge exakt gleich sind, tritt der Herzinfarkt ein. Also anders gesagt der Herzschlag ist in gewissem Umfang chaotisch. Jeder Mensch macht durchschnittlich 25 000 Atemzüge am Tag, in jeder Sekunde sterben zehn Millionen Zellen ab und werden durch neue ersetzt. Das alleine ist schon ein Wunder der Natur. Bedenken wir, dass der Körper täglich 600 Milliarden neue Zellen produziert! Auf diese Weise entstehen alle paar Tage eine neue Darmschleimhaut und eine neue Bauchspeicheldrüse. Die Magenschleimhaut wird während des Verdauens innerhalb weniger Minuten ausgewechselt. Unser Skelett, das doch so fest und beständig erscheint, ist alle drei Monate ein neues. Alle vier Wochen wird die Haut erneuert und was die atomare Zusammensetzung des Körpers angeht, tauschen wir uns alle vier Jahre zu hundertprozentig aus, erläutert Dr. Ulrich Bauhofer, einer der anerkanntesten westlichsten Ayur-Veda-Experten. Wie ist es möglich, dass solch hohe Zellverluste im Menschen immer korrekt ausgeglichen werden? Spätestens bei dieser Frage verlassen wir die Ebene des physiologischen Verständnisses. Der Biophysiker Fritz Popp, der sich seit über 20 Jahren mit der Zellstrahlung befasst, erforscht diese Zusammenhänge. Wie kann es sein, dass der Körper die Zellen mit verblüffender Genauigkeit versteht? Dass er die Schwankungen der Nahrungsaufnahme und des Nahrungsangebots ausgleicht und die Substanzen präzise auswählt, und so umbaut, dass die abgestorbenen Zellen von neuen ersetzt werden? Es ist eine unglaubliche Fähigkeit des Körpers, alle diese Funktionen aufrecht zu erhalten und zu steuern. Die klassischen Naturwissenschaften stehen dabei vor einem ihrer größten Rätsel. Mit dem logisch linearen Denken können diese Rätsel nicht gelöst werden. Im MARA-Denkmodell reden wir deswegen von einer inneren Intelligenz, also der Fähigkeit, das Netzwerk Mensch am Leben zu erhalten. Liegt es da nicht nahe, die Aussage von Max Planck : Alles ist Geist ernst zu nehmen, denn jede Art von Intelligenz beinhaltet auch Geist.
Literaturhinweise:
Vortrag Prof.
Hans Peter Dürr: Südwestfunk TELE_AKADEMIE. Zu beziehen durch SÜDWESTFUNK-MEDIA GMBH-Programmverwertung (22 EURO) |
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Essays in Honour of David
Bohm, Routledge, London 1987 |