Margot & Rainer Binder: Beschreibungen und Grundlagen des MARA-Denkmodells
www.binder-mara.de e-mail: bps.binder@yahoo.de
Außen und Innen

Ein Beitrag zur „Erfolgsstrategie“.

Betrachten wir die Verhaltensweisen der Menschen in der westlichen Welt, so fällt auf, dass sie überwiegend die Lösungen von Problemen mit Ratschlägen von außen erwarten.

Beratungen, Therapien, Bücher, Gespräche, scheinwissenschaftliche Berechnungen, Religionen, Sekten und das Internet werden als Hilfsmittel genutzt, um einen Lösungsansatz für die eigenen Probleme zu finden. Alle diese „Hilfen“ sind außerhalb des ratsuchenden Menschen. Womit hat diese Einstellung, also die Orientierung nach außen, zu tun?

Seit über zweitausend Jahren leben wir westlichen Menschen mit den Denkschemen der „Christlichen Kirche“. Dieses klerikale Denken hat die westliche Welt grundlegend gestaltet und wir werden bis heute in großem Umfang davon bestimmt.

Was sind nun die Grundeinstellungen dieses Denkens? Die katholische Kirche hat den Menschen verkündet, dass irgendwo ein Gott ist, der „alles sieht“, „alles hört“ und auch lobt und bestraft. Gott soll auch für das Schicksal des Menschen verantwortlich zeichnen. Gott soll nach dem Glauben des Kirchentums im Himmel sein, also irgendwo „draußen“ im Kosmos. Das hat zu der Frage beim ersten bemannten Raumflug geführt: „Habt Ihr Gott gesehen?“ „Draußen“ ist eine nicht definierte Dimension, draußen ist nicht fassbar.

Mit dieser verschwommenen Angabe lässt sich trefflich Macht ausüben. Das Nichtfaßbare, ist nicht auf seine Gültigkeit hin überprüfbar und kann dadurch als Machtmittel genutzt werden.

Da „Gott“ nicht persönlich in Form eines unfassbaren Menschen agiert, sind seine Einflüsse auf uns Menschen auch nicht zu kontrollieren, nicht greifbar; das bedeutet, die Einflüsse können nicht auf ihre Richtigkeit überprüft werden. Um diese Einflüsse realer zu gestalten, hat die katholische Kirche den „Mittler“ in Form des Geistlichen eingesetzt. Der Priester, durch seine Weihe über den Normalbürger erhoben, hat dadurch eine große Machtfülle bekommen.

Ich nenne bei diesen Beispielen die katholisch Kirche deswegen, weil sie die erste christliche Kirche war und auf deren Lehren alle anderen Kirchen aufbauten.

Auch die erste Bibel wurde von der katholischen Kirche geschrieben und sie ist somit der Urgrund aller christlichen Kirchen und Sekten.

Je höher in der Hierarchie eine Organisation angesiedelt ist , umso mehr hat sie den Zugang zur Macht.

Diese Struktur hat auch mehr oder weniger die evangelische Kirche übernommen, genauso wie die meisten Sekten und „Freikirchen“.

Zusammenfassend heißt das: „Der Mensch wird von außen (oben) bestimmt und braucht einen Mittelsmann (Dolmetscher) um mit Gott klarzukommen.“

Außen sind natürlich auch die Menschen in unserem Umfeld. Da angeblich die Hilfe von außen kommt und draußen der „unfehlbare Gott“ ist, sind zwangsläufig viele Hilfen nur von draußen zu erwarten. Kommen „Hilfen“ von außen, sind die westlichen Menschen wenig kritisch, denn im Unbewussten sind diese ja „göttlich“.

Die Diktatoren wussten um diese Grundfunktion im Denken der meisten Menschen der westlichen Welt und nützen diese, um Macht anzuwenden, wobei für diese Menschen Gott und Führer dieselbe Funktion haben können.

Der Sohn des hiltlervertrauten Bormann sagte das so: „Ich fragte meinen Vater, was eigentlich NSDAP sei. Er sagte: „der Wille Hitlers!“

Der unnahbare, den Menschen in der Realität ferne Hitler, konnte so „göttliche Züge“ vom Volk projiziert bekommen. Durch demagogische Schachzüge der Parteiführung wurde dieser „Gott“ für die meisten Deutschen so ein perfektes Bild einer Gottheit. Durch diese Aussage von Bormann wird deutlich, dass Hitler vom Volk die Macht Gottes zugesprochen wurde. Wie wäre es sonst möglich gewesen, dass die offizielle Propaganda Hitlers verkündete, dass die Juden „keine Menschen“ seien? Daraus und dadurch wurde erst möglich, dass die Anhänger Hitlers Millionen von Israeliten umbrachten. In ihrem Bewusstsein hatten sie nicht mit Menschen zu tun und der „Gott“ Hitler, der in der Hierarchie an höchster Stelle stand mit seinen Befehlen, genauso wie sein Vertrauter Eichmann, waren „unfehlbar“. Die Verantwortung verlagerte sich vom Aufseher im Konzentrationslager auf Hitler. Wie wäre es sonst möglich gewesen, dass Hitler das Buch „Mein Kampf“ auf Menschenhaut schreiben ließ und diese Bücher Privilegierten des Nazireiches als Anerkennung überreichte.

Ob Mitglieder der japanischen Mouro-Sekte Giftgasanschläge auf die japanische Untergrundbahn ausführten, oder der Leiter der Sekte der Schweizer „Lichttempler“ Mitglieder ermordete, die psychische Funktion ist immer dieselbe; genauso war es bei der „Final Church“ (endgültige Kirche) von Charles Manson.

Im allgemeinen Sprachgebrauch wird in solchen Fällen vom „Funktionär“ gesprochen, also ein Mensch, der funktioniert, wie es die Hierarchie von ihm verlangt. Anders gesagt, das kritische Denken und das überprüfbare Handeln werden dadurch weitgehend ausgeschaltet.

Diese Strukturen finden wir in unserer Gesellschaft überall und in den „neuen Bewegungen“ des New Age, der Esoterik usw. erkennen wir auch wieder dieselben Funktions- und Denkweisen. Natürlich finden sich diese Strukturen auch in den Industriebetrieben, der Wirtschaft, dem Handel, der Politik und nicht zuletzt in der Werbung.

Der christliche Gott ist im New Age zum „Höheren Selbst“ geworden. Der Begriff „Höheres Selbst“ stammt aus der Esoterik und taucht in vielen verschiedenen Variationen auf. Schon die Bezeichnung „höher“ gibt den Hinweis auf „über uns“, außen usw.. Der indische Guru Baghwan hat die Struktur dieser Denkweisen beim westlichen Menschen in trefflicher Form erkannt und darauf machtvoll sein „Imperium“ gegründet.

Die Außenbestimmung hat die Astrologie übernommen und die frühere „Weihe“ wurde durch die „Initiation“ oder „Einweihung“ ersetzt. Der Hauptunterschied ist, dass bei der christlichen „Weihe“ eine ethisch-moralische Verpflichtung die Grundvoraussetzung ist, beim New Age und der Esoterik lediglich der Besuch von Seminaren und Geld.

Oftmals genügt schon der Besuch eines Seminares von 3 Tagen, um drei Mal die Initiierung zu bekommen, um dann als Heiler (göttlicher Kanal) tätig werden zu können (Reiki). Genauso können dreitägige Kurse im sog. „Channeln“ besucht werden und nach dieser kurzen Zeitspanne ist der Seminarteilnehmer angeblich in der Lage „Durchsagen“ vom „Höheren Selbst“ zu machen. Allerdings fragt niemand der Seminarveranstalter nach der Verantwortungsstruktur der Teilnehmer. Das ist nach Sicht der Absolventen auch nicht notwendig, da die Durchsagen vom „Höheren Selbst“ kommen und dadurch „objektiv“ sein sollen. Auch diese Esoteriksparte hat das „innere Wissen“ nach außen gekehrt und ist dadurch zur Exoterik geworden.

Inneres Wissen ist früher von sogenannten „Eingeweihten“ bewahrt worden und war dadurch nur den Menschen zugänglich, die über jahrelange Übungen Stück für Stück an das „innere Wissen“ herangeführt wurden. In Ägypten (gr. Reich) war für die Priester die Zeit bis zur Einweihung z.B. 1/3 des Lebensalters. Wie gesagt, die Esoterik verkürzt diesen Weg auf drei Tage.

Auch hier begegnen wir ähnlichen Phänomenen wie bei Hitler. Das „Medium“ macht Durchsagen und weil diese vom „Höheren Selbst“ kommen, dürfen sie nicht in Frage gestellt werden, dies käme einer „Gotteslästerung“ gleich. Wer möchte wirklich die „kosmische Weisheit“ in Frage stellen?

Das ist die eine Seite der Polarität. Die andere Seite ist, dass jeder Mensch in sich ein Bild des Menschen (Heilers) trägt, der ihn heilen kann. Begegnen sich diese Vorstellung und der „Heiler“ in Form eines Arztes oder ähnlichem, dann wird die „Außenprojektion“ zur optimalen Hilfe für den Kranken, denn er aktiviert dadurch alle Kräfte in Form von Hoffnung auf Heilung.

In unserer jahrelangen Praxis werden wir immer wieder mit den unglaublichsten Gegebenheiten konfrontiert und wundern uns immer wieder, wie unkritisch Menschen werden können und dadurch sehr oft nur noch schlecht mit sich selbst zurechtkommen.

Ein extremes Beispiel dafür: Mechthild K., Diplompsychologin, hatte vor vielen Jahren eine Ausbildung in der Körpertherapie absolviert und in eigener Praxis gearbeitet.

Nach einer Begegnung mit einem „Seher“ wurde mir der Weg in frühere Leben geöffnet. Ab diesem Zeitpunkt konfrontierte sie sich selbst mit ihren „früheren Leben“. Nach acht Jahren nahm sie die Hilfe der BPS-Therapie in Anspruch. Mechthild K. sagte:

„Ich habe mich in den letzten acht Jahren in meinen früheren Leben verloren, konnte nicht mehr arbeiten und lebe seither von der Sozialhilfe.“

Noch ein zweites Beispiel, von dem Esoteriker Robert K.. Robert hat nach seiner Sichtweise direkten Kontakt zu dem „Höheren Selbst“. Er macht sog. „Lichtarbeit“. K.H. verliebt sich in ihn und wird von Robert schwanger. Nach Aussagen des zukünftigen Vaters „sagt das höhere Selbst, dass sie nur schwanger werden könne, insofern es das höhere Selbst bestimme“. Robert als „Vollzieher des Willens des höheren Selbst“, hat nach seiner Sicht oder „Durchsage“ damit keine moralische und keine andere Verpflichtung gegenüber dem Kind. Dadurch ist die Mutter Alleinerziehende.

Viele Beispiele könnte ich anschließen, die sich in ihrer Struktur immer ähneln. Der Wunsch, von „außen“ Hilfe zu bekommen, ist meistens der Anlass, dem Menschen, der von außen kommt und dann noch nichtkontrollierbare Aussagen machen kann, zu vertrauen, denn „er weiß das ja besser.“

Dieses Vertrauen nach „außen“ hat seinen Ursprung natürlich auch in einer inneren Unsicherheit. Innere Unsicherheiten bewirken sehr oft, dass wir „Rat“ brauchen, um Entscheidungen fällen zu können.

Wo liegt nun eine Möglichkeit diesem „Teufelskreis“ zu entkommen? Im MARA-System gibt es die sogenannte „innere Intelligenz“. Die Vorstellung, dass in uns eine unglaubliche Datenmenge intelligent verarbeitet wird und das speziell auf unsere eigene Struktur abgestellt, lässt die Aufmerksamkeit auf das „Innen“ lenken.

Das tiefe Selbst ist wie die „innere Intelligenz“ in uns selbst verborgen und von dort werden wir mit all den Situationen konfrontiert, die uns wieder erkennen lassen, dass wir es sind, die unser Schicksal machen.

Beim „tiefen Selbst“ im östlichen Denken wird von dem Weg zu sich selbst gesprochen. Tief steht in diesem Falle für „tief in uns“ und deckt sich mit der Auffassung von C.G. Jung. Jung spricht vom „Unbewussten“ als eine Dimension, die in jedem Menschen ist. Bei dem „Kollektiven Unbewussten“, einem sehr tiefen Unbewussten, hat C.G. Jung nachgewiesen, dass diese Ebene alle Menschen dieser Welt miteinander verbindet.

Jung sagt auch, dass Intuition eine objektive Information hat. Im MARA-System sprechen wir von „Impuls“ was dasselbe ist wie C.G. Jungs Intuition.

In unseren Seminaren mit dem Thema „Innere Sicherheit“ helfen wir dem Seminarteilnehmer durch praktische Hilfen und theoretisches Wissen, wieder mehr Zugang zu sich selbst zu finden und dadurch die „innere Sicherheit“ zu erhöhen.

Durch die BPS-Arbeit bekommen wir immer mehr Zugang zu der inneren Intelligenz und unserem Selbst.

Das Selbst ist unsere unverwechselbare Persönlichkeit, die jedoch sehr oft von Erziehungsmustern bis zur Unkenntlichkeit verdeckt ist.


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