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Margot & Rainer Binder: Beschreibungen und Grundlagen
des MARA-Denkmodells
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| Wahrheit was ist das? | |
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Der Wissenschaftsjournalist Ripoda berichtet unter dem Titel: Die Wahrheit liegt im Traum von aufsehen erregenden Erkenntnissen der psychologischen Forschung in den USA. Ich halte einen Auszug daraus für wichtig, da dadurch deutlich wird, wie notwendig für den Menschen ein gut funktionierendes Denkmodell ist. Patientinnen, die im Verlauf einer Rückführungstherapie traumatische Kindheitserlebnisse reproduzieren oder vielleicht nur produzieren, geraten in schlimme Lebenskrisen, werden unfähig, den Alltag zu meistern, fallen in Depressionen und Hass - und werden keineswegs immer geheilt. Umgekehrt: Bei mehreren Untersuchungen von Kindern, die nachweislich sexuell missbraucht wurden, kam zutage, dass sich ein hoher Anteil - bis zu einem Drittel - nicht an die traumatischen Ereignisse erinnern konnte. Bemerkenswert daran: Diese Kinder zeigten keinerlei seelische Krankheitssymptome, ganz im Gegensatz zu denen, die sich an die schreckliche Zeit deutlich erinnern. Vergessen als Therapie? Die Biologen Francisco Varela und Humberto Maturana beschreiben in ihrem Buch Der Baum der Erkenntnis, dass nicht nur unsere Erinnerungen Konstruktionen sind; das gilt auch für Wahrnehmungen. Wir erkennen die Welt nicht, wir erzeugen sie in jedem Augenblick, und zwar dadurch, dass wir unsere Wahrnehmungen in unser geistiges Arbeitssystem einordnen. Mitentscheidend über die Funktion des Überlebenssystems ist das nutzbare Denkmodell. Unterstützt werden die Wissenschaftler Valera und Haturana durch Untersuchungen von James Bower, einem Neurobiologen am California Institute of Technology in Pasadena. Bei der Simulation einfacher Gehirnfunktionen (Geruchswahrnehmung) der neuronalen Netze stellte Bower fest: Ein und derselbe Reiz (z.B. ein bestimmter Duft) ruft zu verschiedenen Zeiten unterschiedliche Reaktionen der zuständigen Neuronen hervor. Damit aber eine Stabilität der Wahrnehmung erhalten bleibt, muss das Gehirn alle hereinkommenden Reize sehr schnell in ein System einordnen, in sein Modell von der Wirklichkeit. Wirklichkeit ist also nichts, was ist - Wirklichkeit ist das, was wir uns selbst schaffen, allein, zu zweit oder mit vielen anderen Entscheidend ist, für welche Weltsicht sich ein Mensch entschieden hat. (Denkmodell) Dieses Modell lässt sehr schnell ankommende Reize zuordnen und dadurch das Bewusstsein entstehen, dass das Erlebte stimmt. Diese Erkenntnis ist einerseits sehr unangenehm, denn sie beraubt uns jeder wirklich objektiven Erkenntnis. Andrerseits ist sie auch tröstlich. Varela und Maturana bemerken am Schluss ihres Buches: Wir haben nur die Welt, die wir zusammen mit anderen hervorbringen. Und nur Liebe macht es uns möglich, diese Welt zu erschaffen. K.F. Peter beschreibt in seinem Buch: Einführung in die Psychotherapie das so: Seelische Gegebenheiten führen also ihrerseits zu subjektiven Gestaltungsprozessen in der Wahrnehmung: Auch hier keine Objektivität, sondern durch persönliche Beteiligung umgestaltetes Erkennen. Aus den Dutzenden von Milliarden an Informationseinheiten (Bits), welche unser Gehirn pro Sekunde durchziehen, werden nur ungefähr zwanzig am Schluss in eine bewusste Wahrnehmung umgesetzt. Den Rest berücksichtigt der wache Verstand nicht: also ein gigantischer Ausleseprozess. Es gibt zehn mal mehr Sehzellen als Nervenfasern, welche das Auge verlassen. Also werden nur zehn Prozent der verarbeiteten Lichtreize weitergeleitet. Eine weitere Auslese trifft die Persönlichkeit des Beobachters: Je nach deren Standpunkt, Absicht und Interesse - also völlig subjektiv - trennt sie aus der ursprünglich vorliegenden Ganzheit willkürlich Anteile ab. Im MARA-Denkmodell gehen wir davon aus, dass ALLES im kleinsten Teilchen enthalten ist. Das heißt im Klartext, dass z.B. bei dem Fakt :Kindermissbrauch, alle Missbräuche in uns gespeichert sind und wir holen die für uns wichtig erscheinende Information heraus, was bedeutet, dass wir selbst eventuell nicht missbraucht wurden. Warum unsere innere Struktur diese oder jene Bilder aus den allumfassenden Informationen herauslöst, wissen wir nicht. Offensichtlich wird uns dadurch deutlich gemacht, was noch zu verarbeiten ist, also z.B. ein Elternkonflikt. Wichtig ist das Wissen, dass alles, was unsere innere Intelligenz aus der Riesendatenbank der kleinsten Teilchen herausholt, müssen wir nicht selbst erlebt haben. Dieses Detail wird herausgesucht, um uns einen Lernschritt sichtbar zu machen. So sind auch alle Reinkarnationen in uns enthalten und was wir über diesen Aspekt in unser Bewusstsein bekommen, gibt keinen Rückschluss auf eine eigene Reinkarnation. In den Ausbildungsunterlagen ist die Funktion des Bewusstseins verständlich gemacht. Wir unterscheiden dabei zwischen Wahrnehmung und Bewusstsein. Diese Unterscheidung ist sehr wichtig, weil im allgemeinen Sprachgebrauch gesagt wird: ich habe dies und das nicht wahrgenommen, praktisch heißt das jedoch ich habe es wahrgenommen aber es ist mir nicht bewusst geworden, siehe Peters. Das Bewusstsein ist mit dem Lichtkegel einer Taschenlampe vergleichbar, dorthin wo ich den Lichtkegel lenke, das wird mir bewusst. Die Masse der Gesamtinformationen ist in diesem Vergleich der ganze Garten, der Lichtkegel z.B. die Petersilie. Also ich bestimme selbst, wie groß der Lichtkegel ist und was in mein Bewusstsein kommt. Zusammenfassend lässt sich sagen: Wahrheit ist immer das was und wie wir erleben und das ist das Produkt von uns selbst. |